Katarakt-OP
Wann wird der Graue Star operiert?
Wenn Ihre Sehkraft für den alltäglichen Gebrauch nicht mehr ausreicht (z.B. Autofahren), wird der Graue Star heute mit einer Operation behandelt. Den genauen Zeitpunkt hierfür bestimmen Sie zusammen mit Ihrem Augenarzt.
Wie bereitet man sich auf die Operation vor?
Ihr Augenarzt überweist Sie zum Hausarzt zur allgemeinmedizinischen Untersuchung. Hier werden z.B. Blutdruck und Herzfunktion überprüft. Das Ergebnis benötigt der operierende Augenarzt und der Narkosearzt, damit die Operation optimal vorbereitet und reibungslos durchgeführt werden kann. Um die für Sie optimale Intraokularlinse zu bestimmen, führt der Augenarzt noch einige schmerzlose Messungen am Auge durch (z.B. Ultraschall) und verschreibt Ihnen eventuell Augentropfen, die sie bereits einige Tage vor der Operation anwenden sollen. Die Operation selbst kann ambulant oder während eines kurzen Krankenhausaufenthalts ca. 2-4 Tage erfolgen.
Was passiert bei der Operation?
Bei der Operation wird die trübe Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt. Sie besteht aus durchsichtigem Kunststoff und besitzt „Schlaufen“, die den sicheren Halt im Auge gewährleisten. Es gibt verschiedene Intraokularlinsen; der Sehkomfort nach der Operation hängt auch vom verwendeten Linsentyp ab. Moderne Intraokularlinsen sind faltbar, damit sie durch einen besonders kleinen Einschnitt implantiert werden können. Besprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, welche Linsentypen für Sie in Frage kommen und entscheiden Sie zusammen mit ihm, welcher Linsentyp bei Ihnen implantiert werden soll.
Wie sieht mein Operationstag aus?
Zuhause
Duschen bzw. nehmen Sie ein Vollbad und waschen Sie sich Ihre haare am Tag des Eingriffs, denn für kurze zeit nach der Operation darf keine Seife o.ä. an das frisch operierte Auge gelangen. Tragen Sie bequeme (weite) Kleidung und verzichten Sie auf Make-up Haarspangen und Schmuck.
Vorbereitung im OP
Zunächst werden pupillen-erweiternde Augentropfen angewendet. Danach erfolgt in den meisten Fällen eine örtliche Betäubung des Auges. Dadurch wird die Operation praktisch schmerzfrei. In sehr seltenen Fällen ist einen Vollnarkose notwendig. Unmittelbar vor der Operation wird ein Desinfektionsmittel am Auge angewendet, um eine Infektion zu vermeiden.
Operation
Durch einen sehr kleinen Schnitt wird die trübe Augenlinse zunächst mittels Ultrachall zerkleinert und durch Absaugen der Bruchstücke entfernt. Der Kapselsack, der die Augenlinse schützend umgibt, bleibt bei diesem modernen verfahren (Phakoemulsifikation) erhalten und dient als „Träger“ der zu implantierenden Kunstlinse. Somit sitzt die neue Linse genau an der gleichen Stelle wie vorher die körpereigene. Der Schnitt kann so angelegt werden, dass er nicht einmal mit einer Naht verschlossen werden muss. Dies verhindert in den meisten Fällen eine Hornhautverkrümmung durch die Narbenbildung des Schnittes.
Nachsorge
Nach der Operation wird das operierte Auge mit einer Salbe versorgt und einem Verband abgedeckt. Bitte entfernen Sie diesen Salbenverband erst nach Absprache mit Ihrem Augenarzt. Fragen Sie Ihren Augenarzt, welche Tätigkeiten (z.B. Autofahren, schwere körperliche Arbeiten, Sport, …) Ihnen erlaubt sind, bzw. wann Sie diese Aktivitäten wieder aufnehmen dürfen.
Um einen komplikationslosen Heilungsverlauf zu gewährleisten, halten Sie sich bitte konsequent an die Anweisungen Ihres Augenarztes – dies beinhaltet auch das Einhalten der Kontrolltermine!
Ambulant oder stationär?
Da es sich bei einer Katarakt-Operation im Allgemeinen um eine einfache Operation handelt, wird sie meist ambulant durchgeführt, das heißt, Sie können noch am selben Tag wieder nach Hause gehen. Diese Möglichkeit bietet sich dann an, wenn mit einer unkomplizierten Operation zu rechnen ist. Und zuhause jemand ist, der sich um Sie kümmert. Wird mit einem schwierigeren Eingriff gerechnet, könnte unter Umständen ein kurzer stationärer Aufenthalt in der Klinik sinnvoll sein. Hier erhalten Sie dann „rund um die Uhr“ die bestmögliche Betreuung. Beraten Sie sich mit Ihrem Augenarzt, welche Variante für Sie die Beste ist.
Welche Komplikationen können auftreten?
Kein medizinischer Eingriff ist gänzlich frei von Risiken, jedoch sind schwerwiegende Komplikationen bei der Operation des Grauen Stars sehr selten. Unmittelbar bzw. kurze Zeit nach dem Eingriff können Blutungen, eine Steigerung des Augeninnendrucks, eine Schwellung der Netzhautmitte oder Infektionen beobachtet werden. Um Komplikationen zu vermeiden, halten Sie sich bitte exakt an die Anweisungen Ihres Augenarztes. Beobachten Sie nach der Operation irgendetwas Unerwartetes an sich, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren Augenarzt. Mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre nach der Operation kann häufig der so genannte „Nachstar“ beobachtet werden. Hierbei handelt es sich um eine Trübung der der hinteren Linsenkapsel, die schmerzfrei durch eine Laserbehandlung wieder beseitigt werden kann.
Achtung!
- Bitte wenden Sie die Ihnen verordneten Medikamente regelmäßig an!
- Halten Sie bitte unbedingt die vereinbarten Termine zur Nachkontrolle bei Ihrem Augenarzt ein!
- Bei unerwarteten Störungen des Heilungsverlaufs suchen Sie bitte sofort Ihren Augenarzt auf!
Was kann ich selbst zur schnellen Heilung beitragen?
In Absprache mit Ihrem Augenarzt sollten Sie für einen gewissen Zeitraum nach der Operation folgende Hinweise berücksichtigen:
- Vermieden Sie bitte ein Reiben oder Drücken am frisch operierten Auge.
- Wenn möglich sollten Sie beim Schlaf nicht auf der Seite des operierten Auges liegen.
- Bitte üben Sie keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten (wie z.B. schweres Heben) aus. Auch sollten Sie sich nicht „kopfunter“ bücken.
- Vermeiden Sie bitte beim Baden, Duschen, Waschen und Rasieren den Kontakt mit Seife o.ä. am Auge.
- Sportarten, die mit Wasserkontakt verbunden sind, sollten in der Heilungsphase nicht ausgeübt werden. Auch Fahrrad fahren oder Saunagänge sollten nicht erfolgen.
- In den ersten Tagen nach der Operation sollten Sie nicht zu viel lesen, fernsehen oder am Bildschirm arbeiten.
- Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt ab, ob bzw. wann Sie während der Heilungsphase Autofahren können.
- Bei Lichtempfindlichkeit kann das Tragen einer Sonnenbrille hilfreich sein.
- Vermeiden Sie Zugluft.
Gesundheit… gedeiht mit der Freude am Leben.

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